Projekt Kinderweinberg


10. Mai 2019

Inzwischen haben wir den zweiten Arbeitsgang im Kinderweinberg absolviert: Wir hatten Hacken mitgebracht, mit denen die Kinder den Boden bearbeiteten. Dank der Vorarbeit von Herrn Velte war da aber nicht viel zu tun. Bei der Laubarbeit waren zum einen die Stockausschläge zu entfernen, was aber bei diesen alten Rebstöcken auch nicht viel Arbeit macht. Anders sah es aus bei den Doppel-trieben, die erscheinen unabhängig vom Alter der Rebe. Manche Jungwinzer meinten es sogar so gut, dass sie auch gleich noch die Blätter an den verbleibenden Trieben entfernten. Das war natürlich nicht geplant, aber die Triebe werden den Verlust wohl schon noch kompensieren können. Damit waren die Aufgaben für diesen Tag erledigt. Die Schüler bekamen für ihre Unterlagen noch ein Exemplar der Pheromone-Dispenser. Seit dem ersten Termin haben alle Winzer diese in den Weinbergen verteilt und Frau Hergesell erklärte die Wirkungsweise dieser biologischen Schädlingsbekämpfung.


März 2019

Letzte Woche fiel endlich der Startschuss zum Kinderweinberg 2019. Und das Warten wurde mit schönstem Wetter belohnt. Manche Kinder konnten schon mit richtig viel Erfahrung im Weinberg aufwarten, wenn auch nicht im eigenen, so doch in der Verwandtschaft. Dennoch ist die Arbeit am eigenen Rebstock etwas Neues, und sie suchten sich gleich einen aus, den sie in diesem Jahr zu pflegen haben. Dann folgte erst die Einführung, man muss ja wissen, was man abschneiden soll und was stehen bleiben kann. So eine dicke Rute durchzuschneiden kann ganz schön anstrengend sein und wenn es mit der normalen Rebschere zu schwer ging, musste Frau Hergesell mit ihrer elektrischen Schere helfen. Das Anbinden klappte dann auch (fast) ohne Verluste, alle Schüler ließen die Ruten sanft „krachen“ und banden sie mit einem Draht fest. In diesem Jahr ist die Vegetation an unserem ersten Tag schon so weit fortgeschritten, dass auch gleich die ersten Rebtränen zu sehen waren. Es dauert nun ca. sechs Wochen bis zum nächsten Termin, bis dahin werden die Schüler per E-Mail über die Wachstumsphasen informiert und sollen auch immer wieder ihren Rebstock besuchen.


Impressionen von der Traubenlese

Kooperation mit der Grundschule

Der Weinbau hat im Schwarzrieslingdorf Kürnbach eine lange Tradition, ist Heimatort der Kraichgauer Weinprinzessin 2016/17. Reben prägen seit vielen Jahrhunderten die Kulturlandschaft bei uns im Kraichgau. Leider geht der Bezug zur Landwirtschaft, das Verständnis dafür und für die Menschen, die die Landschaft pflegen und damit ihren Lebensunterhalt bestreiten, immer mehr verloren. Mit unserem Projekt wollen wir an einem positiven Image der Landwirtschaft arbeiten, die Kinder (und über sie vielleicht auch noch die Eltern) dafür begeistern und aufzeigen, dass eine lange Vorarbeit notwendig ist, bis Lebensmittel wie selbstverständlich im Regal liegen. Die Kürnbacher LandFrauen engagieren sich für ein lebendiges Miteinander hier bei uns auf dem Land, für jedes Alter und für jeden Beruf.

Im Jahr 2015 startete auf Initiative der beiden LandFrauen und Winzerinnen Manuela Hergesell und Ulrike Wanielik die Zusammenarbeit mit der Kürnbacher Grundschule. Die Drittklässler sollen an fünf Lokalterminen den ganzen Jahresablauf im Weinberg erleben, die notwendigen Arbeiten kennenlernen und selbst ausführen. Am ersten Tag im Frühjahr wählt jeder Schüler einen Rebstock aus, den er bis zum Herbst betreut, und führt gleich den Rebschnitt und das Anbinden durch. Mitte Mai sind die Gescheine sichtbar, diese müssen ausgebrochen werden, Einführung in die Tier- und Pflanzenwelt im Weinberg. Im Juni werden Laubarbeiten und Bodenbearbeitung durchgeführt, im Juli weitere Laubarbeiten, Entblättern und Gipfeln. Höhepunkt ist natürlich nach den Sommerferien die Lese, die Öchslegrade werden gemessen, die Trauben müssen geraspelt und gepresst werden, bis jedes Kind den eigenen Saft mit nach Hause nehmen kann.

Im Winzerjahr gibt es natürlich viel mehr als fünf Arbeitsschritte durchzuführen, deshalb werden die Kinder zwischen den Terminen per E-Mail über den aktuellen Stand unterrichtet und sind angehalten, immer wieder ihren Rebstock zu besuchen und alles in ihrem Winzertagebuch festzuhalten. Die Resonanz nach der ersten Weinlese war so positiv, dass die beiden LandFrauen und die Schulleitung spontan vereinbarten, den Kinderweinberg auch den nachfolgenden Klassen anzubieten.

 

(nähere Infos hierzu bei Ulrike Wanielik oder Manuela Hergesell, E-Mail: landfrauen-kuernbach@gmx.de)